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Theoretische Überlegungen

Der Einstieg in die Computerwelten ist für viele Jugendliche häufig das Computerspiel. Computerspiele bieten die technisch ausgereiftesten und eindrucksvollsten virtuellen Welten. Durch beeindruckende Grafik und Ton-Effekte schaffen Computerspiele eine Stimmung, die den Rahmen der in ihnen vollzogenen Handlungen bildet. Dadurch sind sie in der Lage, virtuelle Räume lebendig werden zu lassen.  Es liegt also nahe, als Ausgangspunkt für die Realisierung eines virtuellen Kirchraumes ein solches Computerspiel zu Hilfe zu nehmen.  Die Computermedienpädagogik diagnostiziert bei Kindern und Jugendlichen einen sehr freien und nicht immer regelkonformen Umgang mit Computerspielen. Häufig ist es spannender auszuprobieren, wo ich das Computerspiel durch mein Handeln innerhalb der Spielewelt an seine Grenzen treiben kann, oder wo ich es meinen Wünschen nach verändern kann. Diesem Bestreben entspricht das Projekt „Virtueller Kirchenraum“ insofern, als dass bewusst ein Computerspiel, dessen bestimmende Thematik Gewalt und Krieg ist, dahingehend verändert wird, religiöse Räume darzustellen. Krieg und Gewalt haben hier keinen Platz mehr. Stille und Besinnung tritt an die Stelle düsterer Bedrohlichkeit. Der – für viele Jugendliche vielleicht erste - Kontakt mit einem sakralen Raum in der Virtualität hat naturgemäß nicht die taktilen Möglichkeiten der Realität. Trotzdem kann er ein Stimmungsbild eines solchen Raumes vermitteln. Durch akustische und visuelle Reize ist es möglich eine Atmosphäre zu schaffen, die den besonderen Charakter des religiösen Raumes widerspiegelt. Damit besteht die Möglichkeit, ein unverbindliches religionspädagogisches Lernangebot in einen Teilbereich jugendlicher Lebenswelt einzubringen. Unverbindlich ist dieses Lernangebot deshalb, weil der virtuelle Kirchenraum zum Erkunden einlädt unter den Bedingungen der virtuellen Realität. Damit unterliegt er genauso dem spielerischen Umgang der Jugendlichen mit ihm wie das Computerspiel, aus dem er hervorgegangen ist. Film und Buch ermöglichen diese Art der spielerischen Auseinandersetzung in wesentlich geringerem Maße.
Durch spielerisch sinnlichen Umgang mit virtuellen Realitäten kann so ein spezifisch religionspädagogischer Mehrwert erzeugt werden, der im rein rationalen Zugang nicht erreicht werden kann.

Praktische Anwendung

Aus den oben genannten Gründen werden die ersten Kirchenräume des Projektes mit Hilfe des Computerspiels UNREAL von Epic-Megagames erstellt. UNREAL enthält im Lieferumfang einen  Editor, mit dem der Spieler eigene Level erstellen kann. Im Internet sind viele Level-Bibliotheken verfügbar, die das außergewöhnliche Können und Engagement vieler Computerspieler bei der Gestaltung der von ihnen favorisierten Spielewelt dokumentieren. Eine Liste mit Links zu diesen Bibliotheken findet sich unter Materialien im Menue oben auf dieser Seite. Die meisten der gerade erwähnten Level sind wesentlich aufwendiger und komplexer gestaltet als die Kirchenräume des Projektes Virtueller Kirchenraum. Es geht an dieser Stelle aber auch gar nicht um eine Ausreizung der technischen Möglichkeiten der UNREAL-Engine, sondern um die Möglichkeit, auch mit älteren Computern die besonderen Merkmale der von uns gestalteten Kirchenräume erfahren zu können.

Zur Benutzung der Kirchenräume benötigt man:

PC Systemanforderung minimal:
Pentium 166MHz, 16 Mbyte RAM,
100MByte Festplattenplatz
PCI-VGA-Karte, KarteWin95/98
UNREAL z.B. bei www.guenstiger-spielen.de für 20 DM
oder direkt von Epic im Unreal Software Store
Kirchenraum-Level unter Materialien
UNREAL-Editor Update   von Epic unter unrealpatch226final.exe

 

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